Energieplanung: Meggen setzt auf erneuerbare Wärme

Mikro-Wärmeverbünde und mehr Erdsonden könnten in Meggen künftig die Strategien für eine nachhaltige Versorgung mit erneuerbarer Energie sein. Auch die energetische Nutzung von Seewasser ist näher abzuklären.

Gemäss dem neuen Luzerner Energiegesetz soll bis 2050 die Wärmeversorgung ausschliesslich durch erneuerbare Energie erfolgen.  Wie bereits bei der Erarbeitung des Energieleitbildes in einer ers­ten Analyse festgestellt wurde, ist Meggen allerdings noch weit von den Zielen der Energiestrategie entfernt. Deshalb hat der Gemeinderat bereits im Frühjahr eine Energieplanung in Auftrag gegeben. Nun liegen die ers­ten Resultate vor und wurden Anfang November dem Gemeinderat, der Energiekommission, der Controlling-Kommission und der Ortsplanungskommission an einer Informa­tionsveranstaltung präsentiert.

Erdwärme nutzen
Im Rahmen der Energieplanung wurde untersucht, mit welchem Wärme­bedarf bis in den Jahren 2035 und 2050 zu rechnen ist. Dies unter Berücksichtigung, dass künftig die Sanierungsrate der Gebäude deutlich zu steigern ist, sollen die energiepolitischen Ziele erreicht werden. Positiv ist, dass die Nutzung von Erdwärme fast flächendeckend im gesamten Gemeinde­gebiet möglich ist.

Sieben Mikro-Wärmeverbünde
Eruiert wurden sieben Gebiete, wo aufgrund der Gebäudedichte und des Wärmebedarfes Potenzial für neue wirtschaftlich zu betreibende Nah­wärmeverbünde aufgebaut werden könnten. Zu prüfen ist, ob allenfalls erhöhte Standards und Anschluss­verpflichtungen  zweckmässig wären. Dies soll auch im Rahmen der kommenden Revision der Orts­planung und Anpassung des Bau- und Zonenplanreglementes berücksichtigt werden.

Seewärme vertieft abklären
Ein weiteres Potenzial wird bei der Nutzung des Seewassers gesehen, für Wärme und Kälte. «Die Siedlungs- und Wärmebedarfsdichte in Seenähe rechtfertigt vertiefte Abklärungen», heisst es dazu im Bericht der Energieplaner. Geeignet für die Erschliessung ist allerdings nicht das gesamte Gemeindegebiet. Näher analysiert wurden die Gebiete Zentrum, Rotmatt, Flossenmatt und Lerchenbühl. Ein Seewärmeverbund könnte so rund 40 Prozent des gesamten Wärmebedarfes auf Gemeindegebiet abdecken. Die Projektskizze geht von einem Leitungsnetz von rund 7 km aus, das sieben Quartierzentralen erschliessen würde. Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, möglicher Trägerschaft und technischer Machbarkeit gibt es noch viele offene Fragen. Diese will der Gemeinderat nun abklären lassen.

Lösungen gemeinsam tragen
Der Gemeinderat wird nun die Energieplanung mit den entsprechend vorgeschlagenen Massnahmen weiterentwickeln. Im Vordergrund steht auch die Kommunikation und Sensi­bilisierung der Grundeigentümer in Gebieten, welche sich für Verbund­lösungen künftig eignen. Dies mit dem klaren Ziel, dass solche Projekte nur gelingen können, wenn sie gemeinsam getragen werden.

Noch viel fossile Wärme in Meggen
In Meggen werden rund 70 Prozent der rund 1400 Gebäude noch immer mit fossiler Energie (Öl und Gas) oder elektrisch beheizt. Das ist im schweizerischen und kantonalen Vergleich überdurchschnittlich viel. Allein Heizöl deckt 50 Prozent des Wärmebedarfes aller Gebäude. 37 Prozent aller Ölheizungen sind älter als 20-jährig. Weitere 19 Prozent sind zwischen 15 und 20 Jahren in Betrieb. Dies zeigt den grossen und kurzfristigen Handlungsbedarf.
Rund 280 Gebäude werden mit Gas beheizt, rund 614 mit Öl, rund 90 sind Elektroheizungen. In Meggen gibt es bisher sehr wenige Nahwärmeverbünde und das Potenzial, Abwärme nutzen zu können, ist kleiner als in Gemeinden mit entsprechenden Industrieanlagen. Der Wärmebedarf ist je nach Quartier sehr unterschiedlich, grundsätzlich ist die Energiedichte aufgrund der dezentralen Besiedelungsstruktur eher gering.


Mögliche Massnahmengebiete für erneuerbare Wärme in Meggen
Mögliche Massnahmengebiete für erneuerbare Wärme in Meggen.

Datum der Neuigkeit 14. Dez. 2018
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Gedruckt am 20.08.2019 09:25:40