Megger Gemeinderat beantragt Senkung des Steuerfusses auf 0,85 Einheiten

Der Gemeinderat Meggen legt den Stimmberechtigten für 2027 eine Senkung des Steuerfusses von 0,90 auf 0,85 Einheiten vor. Auch mit den damit verbundenen Mindereinnahmen und umfangreichen Investitionen verfügt die Gemeinde über eine solide finanzielle Ausgangslage.

23. Oktober 2026

Der Gemeinderat beantragt den Stimmberechtigten, den Steuerfuss für das Jahr 2027 um 0,05 auf 0,85 Einheiten zu senken. Bereits 2024 war der Steuerfuss von 0,95 auf 0,90 Einheiten reduziert worden. Mit der erneuten Senkung will der Gemeinderat die steuerliche Attraktivität von Meggen auch im interkantonalen Vergleich sichern und die solide Ausgangslage nutzen, der Bevölkerung auf diesem Weg einen Teil der Überschüsse der vergangenen Jahre zurückzugeben.

Gemeindeammann Pascal Frei hält zur Steuerpolitik fest: «Bei der Festsetzung unseres Steuerfusses richten wir den Blick auch über die Kantonsgrenze hinaus. Zusammen mit der erfreulichen Entwicklung des Steuerfusses des Kantons Luzern ist Meggen heute auch im Vergleich mit Gemeinden in den Nachbarkantonen Zug, Schwyz und Nidwalden steuerlich attraktiv.» Bei der Gewinnsteuer der juristischen Personen ist Meggen bereits seit einigen Jahren die steuergünstigste Gemeinde der Schweiz.

Solide Ausgangslage erlaubt gezielten Abbau des Eigenkapitals

Das Budget 2027 sieht einen Gesamtaufwand von 98,56 Mio. Franken und einen Gesamtertrag von 96,70 Mio. Franken vor. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von 1,86 Mio. Franken. Angesichts der positiven Rechnungsabschlüsse der vergangenen Jahre nimmt der Gemeinderat dieses Defizit und damit einen moderaten Abbau des Eigenkapitals bewusst in Kauf.

Die Steuerfusssenkung würde bei den ordentlichen Steuern zu einem geschätzten Minderertrag von rund 2,6 Mio. Franken führen. Dieser Effekt wird jedoch durch die prognostizierte Entwicklung des Steuersubstrats zu einem grossen Teil ausgeglichen. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen rechnet die Gemeinde gegenüber dem Budget 2026 zwar mit einem Rückgang. Die erwarteten Mehrerträge aus den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen gleichen diesen jedoch trotz tieferem Steuerfuss fast aus.

Gegenüber dem Budget 2026 steigt der Aufwand um 3,00 Mio. Franken beziehungsweise 3,1 Prozent. Mehrkosten entstehen insbesondere im Schulbereich, bei der Pflegefinanzierung und beim Personal.

Der Ertrag erhöht sich um 3,04 Mio. Franken beziehungsweise 3,2 Prozent. Dazu tragen unter anderem die OECD-Mindeststeuer, höhere Kantonsbeiträge im Schulbereich und der kantonale Lastenausgleich bei.

Meggen bleibt eine der grössten Zahlergemeinden im innerkantonalen Finanzausgleich. 2027 bezahlt die Gemeinde 10,6 Mio. Franken in den Ressourcenausgleich und erhält 1,7 Mio. Franken aus dem Lastenausgleich.

Investitionen von mehr als 140 Mio. Franken in den Jahren 2026–2030

Für 2027 sind Investitionen von rund 19 Mio. Franken vorgesehen. Zu den wichtigsten Projekten zählen die Erneuerung der Transportwasserleitung Lauerz–Meggen, Brandschutzmassnahmen im Gemeindehaus und auf dem Hofmattareal, die Realisierung der Überbauung Luzernerstrasse sowie die Sanierung und Erweiterung des Werkhofs. Weitergeführt wird zudem die Planung für das neue Hallenbad mit Turnhalle und Aussengarderoben.

Für die Planungsperiode 2027–2030 sind Investitionen von rund 102,3 Mio. Franken geplant. Rechnet man das ergänzte Investitionsbudget 2026 dazu, ergeben sich kumuliert für die Jahre 2026 bis 2030 geplante Investitionen von über 140 Mio. Franken. Angesichts dieses Rekordvolumens haben Gemeinderat und Verwaltung alle Investitionsprojekte kritisch hinterfragt und punktuell neu priorisiert. So soll sichergestellt werden, dass die Vorhaben finanziell tragbar sind und die nötigen Ressourcen für die Umsetzung zur Verfügung stehen.

Dazu Gemeindeammann Pascal Frei: «Verständlicherweise gibt es in Meggen viele Ideen für Investitionen und sonstige Ausgaben. Die Priorisierung war insofern wichtig, damit wir das Augenmerk auf langfristig nachhaltige Investitionen legen, welche kommenden Generationen zugutekommen und nicht zur Last fallen.»

Ausblick bis 2030: höhere Finanzausgleichszahlungen und sinkende Einnahmen aus der OECD-Mindeststeuer

Im Aufgaben- und Finanzplan 2027–2030 rechnet der Gemeinderat weiterhin mit steigenden Kosten, vor allem in den Bereichen Bildung sowie Gesundheit und Soziales. Aufgrund des hohen Überschusses 2025 werden zudem die Zahlungen in den Finanzausgleich steigen. Die Beiträge des Kantons aus der OECD-Mindeststeuer gehen gemäss Prognosen ab 2028 stark zurück. Der Gemeinderat will die solide finanzielle Basis nutzen, um den Steuerfuss dennoch auf tiefem Niveau zu halten. Er beobachtet die finanzielle Entwicklung weiterhin sorgfältig und setzt die vorhandenen Mittel umsichtig ein.

Über das Budget 2027 und den Steuerfuss von 0,85 Einheiten stimmen die Megger Stimmberechtigten am 29. November 2026 an der Urne ab.

Botschaft «Budget 2027»